Die Methode der Identitätsorientierten Psychotraumatherapie (IoPT) ...
ist die „Selbstbegegnung mittels des eigenen Anliegens“.
Wer bin ich und was will ich? Diese Fragen sind zentral für uns alle.
Lebe ich mein Leben nach meinen eigenen Vorstellungen? Pflege ich gesunde Beziehungen? Oder folge ich einem Leben, das nicht wirklich meins ist? Orientiere ich mich an meinen eigenen Bedürfnissen oder an denen anderer Menschen? Bin ich von Verhaltensmustern geprägt, die mir schaden, aber schwer zu durchbrechen sind? Und was ist meine wahre, gesunde Identität?
Viele Probleme haben ihre Ursachen an anderer Stelle, als wir es vermuten. Diese Verschiebung der Ebenen und/oder Zeiten sind uns jedoch meistens nicht bewusst. Abgespaltene und verdrängte Gefühle erzeugen die Tendenz zu ihrer Wiederholung.
Viele aktuelle Konflikte beruhen auf alten, ungelöst gebliebenen Traumatisierungen.
Die Selbstbegegnungen mittels der Anliegenmethode tragen dazu bei, diese verborgenen psychischen und z.T. auch physischen Realitäten zu erkennen und emotional zu verarbeiten, sodass wir die Vergangenheit nicht ständig unbewusst wiederholen.
Die Anliegenmethode basiert auf der Identitätsorientierten Psychotraumatheorie (IoPT) die von Prof. Dr Franz Ruppert entwickelt wurde. Sie nutzt Resonanzphänomene, um Zugang zu unbewussten, oft frühkindlich oder vorgeburtlich gespeicherten psychischen Strukturen, Gefühlen und Erfahrungen zu erhalten. So können wir unsere Trauma-Überlebensstrategien erkennen und verdrängte Erfahrungen emotional verarbeiten.
Ziel ist es, schrittweise gesunde psychische Anteile zu stärken, eine stabile, gesunde Ich-Struktur aufzubauen und abgespaltene Trauma-Gefühle zu integrieren, somit also aus der Fragmentierung zurück zu innerer Ganzheit zu gelangen.
Der Ausgangspunkt für die therapeutische Arbeit ist Ihr Anliegen.
Das Anliegen ist z.B. das, weshalb Sie zur Therapiesitzung kommen, was Sie derzeit umtreibt, oder was Sie erreichen wollen. Es kann ein Ziel, ein Wunsch, eine Fragestellung sein, also das, womit Sie sich innerlich auseinandersetzen und weiter kommen wollen.
Es ist die innere Spur mit sich in Kontakt zu kommen und die psychischen Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Heilung geschieht durch Selbstregulation.
Durch Traumatisierungen fragmentiert unsere Psyche und verliert die Möglichkeit, sich selbständig wieder aus dieser Spaltung zu befreien. Mit den sogenannten Selbstbegegnungen wird ein Raum geöffnet in welchem sich innere Anteile verändern können und Selbstregulation wieder möglich wird.
Während der Arbeit kommen Sie mit inneren Persönlichkeitsanteilen in Kontakt, Sie begegnen sich quasi selbst, daher die Bezeichnung „Selbstbegegnung“ .Dies bietet einen differenzierten Zugang zu Ihrer inneren psychischen Struktur. Die Selbstbegegnungen ermöglichen tiefgreifende, heilende Entwicklungsimpulse.
Die Arbeit kann in der Gruppe, im Einzelsetting, oder auch online stattfinden. In einer Gruppe werden die Elemente des Anliegens durch die Auswahl von anderen Gruppenteilnehmer/innen als „Resonanzgeber“ gespiegelt, in der Einzelarbeit arbeite ich mit Filzplatzhaltern und Sie erspüren in der Resonanz selbst, was sich in den Anteilen Ihres Anliegens zeigt.
Die Gruppen bieten für alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Möglichkeit, auch ohne eigene Arbeit tiefe Erkenntnisse in psychische Prozesse zu gewinnen. Ich begleite die Sebstbegegnungen professionell und achtsam.
Zu Ihrer besseren Orientierung zeige ich den Ablauf einer "Selbstbegegnung" hier beispielhaft auf:
Eine Person, die therapeutisch für sich arbeiten will, überlegt sich zunächst ihr Anliegen: Was möchte ich durch diese Arbeit (heute) erreichen? Was ist mein Ziel? Was möchte ich mir genauer ansehen? Was bewegt mich? Was ist der nächste Schritt in meiner Therapie? ... und formuliert ihr Anliegen in einem Satz oder einer Zeichung. Aus dem konkreten Anliegen können bis zu 3 Worte/ Symbole ausgewählt werden, welche im Fokus der Selbstbegegnung stehen.
Die Person schreibt nun Ihr Anliegen auf. Das jetzt für alle sichtbare Anliegen ist die Grundlage für den weiteren Selbstbegegnungsprozess.
Im Gruppensetting wählt der Klient für die Worte seines Anliegens Personen aus und bittet diese mit dem jeweiligen Wort/ Element in Resonanz zu gehen. In der Einzeltherapie arbeiten wir mit Platzhaltern/ Bodenankern. Die Person kann dann selbst in Resonanz mit den Worten/ Elementen gehen
Jetzt beginnt ein Vorgang, bei dem die Klientin gewissermaßen in den Spiegel ihres eigenen Inneren blicken kann. Jedes Element spiegelt eine wesentliche Facette ihrer Psyche wider. Oft tauchen dabei unbewusste und verdrängte Ereignisse aus der eigenen Biographie auf. Das ermöglicht ihr, damit in einen bewussten Kontakt zu kommen. Durch den emotionalen Kontakt mit den sich zeigenden Anteilen kann ein nachhaltiger Veränderungsprozess in der Psyche in Gang gesetzt werden. Trauma-Überlebensstrategien können ihre Glaubwürdigkeit verlieren, gesunde psychische Strukturen bekommen mehr Raum und möglicherweise werden abgespaltene traumatisierte Anteile von einem gesunden Ich aus der inneren Verbannung geholt.
Das Anliegen bietet für die Klientin/ den Klienten, einen sicheren und durch sie/ ihn selbst abgesteckten Rahmen.
Es ist dann möglich mit dieser Methode zu arbeiten, wenn das eigene Anliegen selbständig formuliert werden kann.
Sie finden mich auf der Empfehlungsliste von Prof. Dr. Franz Ruppert, der die Identitätsorientierte Psychotraumatheorie und -therapie entwickelt hat.
Hier noch ein link zu einem youtube-Video in welchem Prof. Dr. Franz Ruppert die Anliegenmethode (Stand 2018) erklärt: Methodik
siehe auch: